Freie Märkte

Von Herr Maier

Märkte wirken tendenziell zersetzend. Werden die guten Dinge des Lebens mit einem Preis versehen können Sie korrumpiert werden. Das liegt daran, das Märkte nicht nur Güter zuteilen sondern auch bestimmte Einstellungen gegenüber den gehandelten Gütern ausdrücken und diese verstärken. Bezahlt man Kinder fürs Bücherlesen bringt man sie vielleicht dazu mehr zu lesen, lehrt sie aber zugleich auch lesen eher als Fron zu betrachten und nicht als vorbehaltlos zu genießende Quelle von Zufriedenheit. Ökonomen gehen oft davon aus, dass Märkte keinen Einfluss auf die dort behandelten Güter hätten. Doch das ist nicht wahr. Märkte hinterlassen ihren Stempel. Manchmal verdrängen die Werte des Marktes andere Werte, die wir lieber erhalten sollten. 1

Die Priorität des Marktes ist vielmehr Gewinnmaximierung als glückliche Bürger, daher darf der Markt vorhandene Werte nicht beeinflussen bzw. neu definieren. Das Werkzeug, das die Märkte zur Umschreibung der Werte im Sinne der Gewinnmaximierung nutzen, ist Werbung in allen Medien.

Forderung:

Benötigt eine Gesellschaft, die als Prämisse nicht Wirtschaftswachstum sondern Bürgerzufriedenheit hat wirklich Werbung. Nein.

Quellen:

  1. Sandel, Was man für Geld nicht kaufen, S. 16