Das Streben nach Glück und das Wohl des Volkes

So lange der Mensch existiert, so lange ist er auf der Suche nach dem Glück, nach einem unbeschwerten Leben in Zufriedenheit und ohne Angst, Kummer und Sorge. Es liegt jedoch in der menschlichen Natur und in sozialen Abhängigkeiten innerhalb einer Gesellschaft begründet, dass dies nicht umfassend möglich ist. Daher sprechen wir innerhalb einer Volksgemeinschaft besser einfach von einem „Guten Leben“ oder dem „Wohl des Volkes“.

Das grundsätzliche Streben der Menschheit ist auf der ganzen Welt gleich und ist von daher Ziel vieler Staaten, auch des unserem. Unsere Politiker werden bei Amtsantritt auf das „Wohl des Volkes“ vereidigt. Das Handeln unserer Politiker dient allein dem Wohl der Menschen und hat einzig das „Gute Leben“ eines jeden Bürgers zum Ziel. Thomas Jefferson formulierte in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung das Streben nach Glück als unveräußerliches Recht eines Jeden. Es gibt Staaten, wie Butan mit 70% Waldfläche und ca. 25% Nationalparks, die kein Bruttoinlandsprodukt, sondern stattdessen das „Bruttosozialglück“ einführten, das anzeigt, ob eine Regierung erfolgreich arbeitet. Eigentlich ein viel angemesseneres und weiseres Qualitätsbarometer der Regierungsarbeit als ein Bruttoinlandsprodukt. Auch Ecuador und Bolivien gehen mit der Verankerung des guten Lebens „Buen Vivir“ im Staat einen ähnlichen Weg, was dort mittlerweile als Gewinn für Mensch und Natur anerkannt wird.

In den letzten Jahren gab es vermehrt Umfragen danach, wo die Menschen sich am glücklichsten fühlen. Es waren nicht die westlichen Industriestaaten, die eine glückliche Bevölkerung beheimaten, sondern eher die Länder ohne Einfluss und mit geringen Wirtschaftsmitteln. Andere Umfragen bestätigen auch, dass die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit zunehmendem Marktliberalismus bzw. Kapitalismus steigt.

Der Mensch hat das Ziel glücklich zu sein. Der Staat in Person der Vertreter des Volkes hat das Ziel dem Wohl des Volkes zu dienen, sein Volk also glücklich zu machen. Warum wird demnach in der Politik nicht über Glück gesprochen? Warum interessiert es den Staat nicht, was die Bevölkerung glücklich machen würde? Warum misst sich der Staat nicht am Wohl des Volkes wenn dies die Prämisse sein soll? Warum halten unsere Parteien unverholen an der Prämisse Wirtschaftswachstum, sprich mehr Kapitalismus, fest? Weil sie am Wohl des Volkes interessiert sind? Wenn ja, warum kommt von dem Wachstum und dem daraus resultierenden Verdienst so wenig bei der Bevölkerung an?

Wenn man sieht, dass die Reichsten bewiesenermaßen stetig ihr Geld vermehren, die Mittelschicht mehr und mehr zerbröselt, die soziale Schere stetig auseinander driftet, kommt man notgedrungen auf den Gedanken, dass die Volksvertreter in erster Linie den Reichen und nicht dem Wohl des Volkes dienen. Wie könnte eine solche Entwicklung sonst zu erklären sein? Damit würden sie aber ihren Eid, dem Wohl des Volkes zu dienen, reihenweise brechen. Eidbruch? Man möchte Ihnen aber zugutehalten, dass Sie in Ihrem Rahmen vielleicht wirklich ihr Möglichstes tun. Vielleicht wird es aber gerade daher Zeit den Rahmen zu ändern und darüber möchte ich in diesem Blog schreiben.

Die Verantwortung für ein glückliches Leben auf jeden Einzelnen zu übertragen kommt der Privatisierung des Wohl des Volkes gleich und steht im direkten Konflikt mit dem Arbeitsziel der gewählten und vereidigten Volksvertreter. Ziel des Staates und primäre Aufgabe aller Volksvertreter ist es, dem Volk ein gutes Leben zu ermöglichen und einen bestmöglichen Rahmen zum Glücklichsein zu schaffen. Dies in dem der Staat dem Einzelnen Ängste und Sorgen abnimmt, denn diese stehen einem guten Leben im Wege. Leider macht er das Gegenteil, Ängste und Sorgen werden vermehrt, Verantwortungen an den Bürger abgegeben und die öffentliche Grundversorgung mehr und mehr privatisiert statt sie auszubauen.

Es zeigt sich immer deutlicher, dass die Volksvertreter nicht in der Lage sind, das, wofür sie angetreten sind, zu erfüllen. Dies, weil die Märkte zu einflussreich geworden sind und grundsätzliche Werte in Vergessenheit geraten oder manipuliert bzw. korrumpiert sind. Unmoralisches Handeln ist heute wirtschaftsfähig sprich gesellschaftsfähig geworden, wenn es die Gesetze denn nur erlauben. Unternehmen schieben die Schuld für ihr unmoralisches Handeln auf Gesetzeslücken und damit auf den Gesetzgeber und natürlich nimmt sich die Gesellschaft dies zum Beispiel. Das Resultat ist eine unfreundliche, harte Gesellschaft, die ein glückliches Leben für die Masse erschwert. Ohne einheitliche Werte und eine moralische Diskussion mit nachhaltigen Konsequenzen kann es in dieser Gesellschaft kein besseres Leben für Alle geben.

In diesem Blog möchte ich herauszufinden, wie ein gutes Leben für alle zu ermöglichen ist. Zunächst werde ich einige grundlegende Werte definieren, die für Alle schon seit jeher gelten. Anschließend werde ich Faktoren nennen, die für ein glückliches Leben Vorraussetzung sind, werde versuchen zu zeigen, dass die derzeitige  Prämisse „Wirtschaftswachstum = Wohl des Volkes“ falsch ist und werde notwendige Veränderungen und Finanzierungsgedanken besprechen (s. obiges Menü v. l. n. r.).

Wenn wir es mit dem Glück ernst meinen, müssen wir uns auf den Weg in ein neues Gesellschaftssystem machen, in welchem drastische Einschnitte und neue Lebenswege gefunden werden müssen. Ein weiter wie bisher, wird kein Mehr an Gerechtigkeit, Mehr an Freiheit und Mehr Glück für Natur und Mensch bringen. Der Zug wird so unaufhaltsam weiter in Richtung Kapitalismus und damit Ausbeutung des Volkes fahren.