Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)

Von Herr Maier

Eins vorweg, es gibt Menschen, die an eine Finanzierung eines Grundeinkommens 1 glauben. Durchgerechnet wurde es von Menschen wie dem Milliardär Götz Werner 2, dem Gründer der “DM”- Drogeriekette, über Vertreter der Linken wie Katja Kipping; Ulrich Schachtschneider mit seinem Buch 3, Vertreter der Piraten- Partei, die das BGE in ihrem Programm führen bis zu eher Neoliberalen wie Dieter Althaus 4 von der CDU. Es ist bezahlbar. Es ist sogar günstiger, als die Finanzierung des derzeitigen Status Quo.

Um dem Bürger ein gutes Leben zu ermöglichen muss der Staat unabhängig Entscheidungen treffen können. Daher ist ein wesentlicher Grund für ein bedingungsloses Grundeinkommen zur Verwirklichung eines unabhängigen Staates der, nicht weiterhin von der Wirtschaft wegen unliebsamer politischer Entscheidungen erpressbar zu sein. Eben diese Entscheidungen, die den Gewinn der Reichen betreffen und stets die vordergründige Drohung vor Stellenabbau und verlorener Arbeitsplätze nach sich zieht und daher in der Vergangenheit nicht getroffen wurden. Die Politik könnte endlich wirklich unabhängige Entscheidungen treffen. Und nur durch unabhängige Entscheidungen kann eine Politik zum Wohl des Volkes überhaupt erst erfolgen.

Arbeitsleistung würde sich evtl. verteuern, da es weniger Arbeitssuchende gäbe und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse verschwänden. Dann würden hoffentlich in der Pflege, in der Abfallwirtschaft und in anderen wichtigen Bereichen des Gemeinwohls endlich korrekte Gehälter bezahlt.

Abgesehen davon – was würde dem Wohl des Volkes wohl mehr entsprechen als ein Grundeinkommen für alle Bürgerinnen und Bürger.  Sicherlich würde es Menschen geben, die das System ausnutzen, aber die gibt es in gleicher Höhe auch heute. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, immer nur auf dem Sofa zu liegen, weshalb sich die Menschen sinnvoll mit dieser Freiheit beschäftigen werden. Die Meisten würden befreit von Existenzängsten, Schaffensdruck und beruflichem Stress, Angst davor die Stelle zu verlieren und keine neue zu finden, Angst vor der Altersarmut, Angst vor dem Abstieg in Hartz IV oder aus der Hartz IV Depression erleichtert in die Zukunft blicken. Wer dem Volk mehr Glück bringen möchte, muss ihm diese Ängste nehmen und das geht nur mit einem Grundeinkommen, welches ein genügsames aber ein in der Gesellschaft partizipatorisches Leben ermöglicht.

Die Grundfrage, die immer gestellt wird ist die, ob der Mensch träger oder aktiver ohne eine Pflicht zur Arbeit wird. Nun, träge Menschen gibt es auch heute schon. Unser bestehendes Sozialsystem kann von solchen Menschen auch heute schon ausgenutzt werden. Der mit Abstand größte Teil der Bevölkerung wird seine Zeit aber sinnvoll nutzen. Zumal ein Grundeinkommen nicht davon abhält, trotzdem zu arbeiten um sich so etwas dazu zu verdienen – ohne Abzüge. Der Leistungsgedanke gilt also weiterhin.

Das der Mensch nicht untätig auf dem Sofa vergammelt, zeigt allein die Geschichte. Der antike Grieche arbeitete nicht, er war Wähler und Staatsbürger und hatte Leute, die für ihn arbeiteten. Aus dieser Zeit stammen einige der größten Denker und Philosophen der Geschichte. Wenn Sokrates vor 2500 Jahren hätte täglich für sein Brot arbeiten müssen, würde man ihn heute wahrscheinlich nicht gekannt haben.

In Kenia erhalten 5000 Kenianer über 12 Jahre ca. 20 Euro monatliches Einkommen zur Bekämpfung der Armut. Die Menschen investieren das Geld innovativ in neue Geschäftsideen, wie z.B. eine Hühnerzucht, oder aber in die Ausbildung der Kinder. Die Lebenssituation der armen Menschen hat sich durch das Grundeinkommen verbessert. Weiterhin sind positive Effekte auf Beschäftigung, Kriminalität und Gesundheit zu beobachten.

Wenn der Staat den Menschen durch ein Grundeinkommen Vertrauen schenkt, gibt er ihnen Chancen und befreite Selbstbestimmung, Mut und Zuversicht sind die notwendigen Ergebnisse der persönlichen Entwicklung. Menschen könnten ihre Interessen und Talente ausleben egal ob man damit Geld verdienen kann, wodurch ein kreativer Schub durch Deutschland gehen würde. Kunst und Innovationen würden sich mehren und jeder könnte wahrscheinlich den kulturellen und auch wirtschaftlichen Gewinn erleben. Gleichzeitig würden die Menschen wieder zu sich und den wesentlichen Dingen in ihrem Leben finden und positive Stimmung, Freundlichkeit und damit Respekt würden wieder vermehrt unseren Alltag formen.

Angeborenen oder erlernten Talente können viel besser mit Grundeinkommen eingesetzt werden, da wir nur so wirklich frei und unabhängig entscheiden können, auf welche Weise wir unsere Interessen, unsere Talente einsetzen. Man wäre den Vorgaben des Arbeitgebers oder des Arbeitsamtes nach Weiterbildungen, die man nicht möchte, nicht ausgeliefert. Firmengelenkten Spezialisierungen, die den eigenen Interessen widersprechen, müsste man nicht nachgehen. Unternehmen, die den eigenen Moralvorstellungen widersprechen, könnte man sorgloser kündigen.

Interessen können sich innerhalb eines Lebens verschieben oder es kommen neue hinzu und können sich ergänzen. Der qualifizierte Beruf, den man vor 25 Jahren erlernt hat, ist heute vielleicht nicht mehr der richtige für meine Interessen. Lebenslanges Lernen bei fehlendem Interesse unter Zwang ist dann eine Qual, da man eigentlich andere Talente gefunden hat, die man ausbilden möchte. Evtl. hat sich auch das Berufsfeld so gewandelt, dass man nicht mehr nachkommt oder es ist durch fortschreitende Technisierung langweilig geworden – oder der Beruf wurde ganz obsolet. Manche Interessen und Talente kann man eher ausspielen, wenn man jung ist. Im Alter muss man sich dann umorientieren können, insbesondere wenn die körperliche Verfassung für den Beruf nicht mehr mitspielt. Mit Grundeinkommen könnte man selbst als Familienvater neu anfangen und beispielsweise auch mit 50 noch ein Studium starten. Mit einem Grundeinkommen kann man sich evtl. auch teure privatwirtschaftliche Weiterbildungen leisten, die man sich vom reinen Arbeitslohn nicht leisten kann. Gerade, wenn man jedem und jeder durch Bildung und Qualifizierung lebenslang einen guten Job ermöglichen will, ist eine lebenslange bedingungslose finanzielle Unabhängigkeit sinnvoll.

Echte Selbstverwirklichung wäre nur so möglich, anstatt wegen des Geldes und einem ungewissen Arbeitsmarkt an ein Unternehmen gebunden zu sein. Für viele findet Selbstverwirklichung auch abseits von monetären Qualifikationen statt, sei es in der Kunst, im Hobby, im Müßiggang oder aber – wie so oft – innerhalb einer Familie. Die Selbstachtung würde durch das Mehr an Selbstbestimmung steigen. Weit mehr verlieren heute ihre Selbstachtung in abhängigen Arbeitsverhältnissen, ausbeuterischen Arbeitssituation, durch Zukunftsängste oder während der Hartz IV Procedere, als es wohl durch ein Grundeinkommen geschehen könnte.

Begabungen müssen gefördert werden um maximale Leistungen zu erzielen. Leider wissen nicht alle mit Schulabschluss, welches ihre Begabungen sind, welche Interessen sie haben und welche sie ihr Leben lang begleiten. Um das Potential dieser Menschen zu finden, bedarf es Zeit und damit ebenfalls finanzieller Unabhängigkeit. Finanzieller Druck ist kontraproduktiv und fördert keine Talente, selbst wenn man weiß, wohin man als junger Mensch gehen möchte.

Quellen:

  1. Grundeinkommen – ein Kulturimpuls, https://www.youtube.com/watch?v=ExRs75isitw
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Werner#Politisches_und_soziales_Engagement
  3. http://www.amazon.de/Freiheit-Gleichheit-Gelassenheit-Grundeinkommen-Wachstumsfalle/dp/3865816932
  4. http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarisches_B%C3%BCrgergeld