Angebot an Arbeitskraft verringern

Von Herr Maier

Derzeit gibt es ca. 3 Mio. offizielle Arbeitslose, die Linke rechnet im Januar 2015 rund 750.000 hinzu, die nicht erfasst werden, da sie in einer Umschulung oder Weiterbildung stecken, einen Ein-Euro-Job haben, älter als 58 Jahre oder einfach krank sind. 1. Eine Millionen Menschen arbeiten für Leiharbeitsfirmen und das sind überwiegend nicht die gutbezahlten Jobs mit hohem Maß an Freiheit. 1,4 Millionen Deutsche arbeiten als Aufstocker, das sind Menschen, die von Ihrem Lohn nicht leben können und staatlich auf Hartz IV Niveau angehoben werden. 2

Wir sprechen also über 5 – 6 Mio. Menschen, die von Ihrer Arbeit nicht adäquat leben können. Von den Menschen, die von ihrer Arbeit krank werden, denn diese Zahl steigt stetig, gar nicht zu sprechen. Wenn wir die Gesetze der Marktwirtschaft berücksichtigen, bedeutet dies, dass wir ein Überangebot an Arbeitskraft haben. Denn nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage gibt es scheinbar zuviel Angebot an Arbeitskraft. Wenn wir also das Angebot künstlich verringern, müsste die Arbeitskraft folglich teurer werden. Arbeit würde sich wieder lohnen, Gehälter würden steigen.

Daher könnte man überspitzt darüber nachdenken, verpflichtend in fast allen Berufen die 20 Stunden-Woche einzuführen. Halbtagsarbeit für alle. Schlagartig würden 50% der Arbeitskräfte fehlen. Schlagartig würde die Nachfrage das Angebot übersteigen und Vollbeschäftigung wäre nicht mehr nur eine Utopie, wenn wir nicht an vorgefertigten Berufsbildern kleben. Zudem hätten die Menschen täglich einen halben Tag Zeit für sich, Freunde, Kultur, Muße oder Müßiggang. Krankheiten würden schwinden, soziale Beziehungen wieder aufblühen und schlussendlich würde wieder mehr Zufriedenheit und Glück Einzug in unsere Gesellschaft erhalten.

Durch diesen Zeitgewinn und das höhere Maß an Zufriedenheit und Ausgeglichenheit eines jeden Einzelnen wird mehr Produktivität und Innovationskraft entstehen. Die Motivation und damit die Leistungskurven der Beschäftigten würden sich steigern und schlussendlich würde dies auch unserer Wirtschaftskraft zu Gute kommen.

Eine Umsetzung bedingt natürlich finanzielle Einschnitte für viele, dies auch wenn die Löhne aufgrund von Angebot und Nachfrage etwas steigen würden. Hier müsste im Idealfall der Staat mit einer Grundversorgung aushelfen. Wir müssen uns entscheiden, wollen wir Geld und beruflich ungesunden Kampf oder wollen wir Zeit, Ruhe und eine Aussicht auf Glück für sich, Freunde und Familie.

Quellen:

  1. http://www.die-linke.de/politik/positionen/arbeitsmarkt-und-mindestlohn/tatsaechliche-arbeitslosigkeit/
  2. Volker Pispers – “Bis neulich” 2014, https://www.youtube.com/watch?v=6zmDwQrg578