Universelle Werte und menschenwürdiges Handeln

Einheitliche und allgemeingültige (universelle) Werte sind Grundvoraussetzung für ein friedliches, freundliches und menschwürdiges Zusammenleben in einer Gesellschaft. Stimmen die Wertevorstellungen zweier Menschen nicht überein, kann keine Gerechtigkeit und keine gemeinsame Lebensgrundlage gefunden werden. Der Mensch mit weniger Einfluß wird immer das Nachsehen haben.

Die Goldene Regel 1 soll hier als Beispiel einer universellen Idealvorstellung genannt sein. Es ist die Regel, die man auch seinen Kindern von Anfang an beibringt: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“ Diese Regel gibt es in dieser Aussage seit Jahrtausenden in allen Kulturen rund um den Globus und scheint universell akzeptiert und richtig zu sei. Handeln Politiker, die das Harz 4 System zu verantworten haben, nach dieser Regel, müßten sie selbst auch bereit sein von gut 300 Euro im Monat zu leben.

Heute scheinen die Werte verwischt. Menschen wissen vielleicht noch um sie, handeln aber nicht mehr nach ihnen, sie scheinen unwichtig geworden zu sein. Jedenfalls hat man den Eindruck, wenn wir Menschen mit Vorbildfunktion in den Medien, Ämtern, der Firma oder in der Politik betrachten. Irgendetwas, so hat man das Gefühl, ist wichtiger geworden: Wir leben in einer Marktgesellschaft 2 und nicht in einer Wertegesellschaft. Daher möchte ich grundlegende Werte noch einmal vergegewärtigen und kurz über sie und ihre Zukunft nachdenken.

Es gibt also universelle Werte, die für alle und über die Grenzen hinweg gelten. Aus diesem Grund ist auch unser Grundgesetzt in diesem Geiste und auf diesen Werten nach dem Krieg erarbeiten worden. Diese Grundrechte werden heute mehr und mehr demontiert. Der Kapitalismus scheint in der Lage, Werte zu seinen Gunsten zu manipulieren. Ein Neues Denken und neue Vorbilder müssen her. Dies wird in einer eingefahrenen politischen Situation, in der alle etablierten Parteien für das gleiche kapitalistische System stehen, nicht ohne eine Regulierungsinstanz funktionieren. Universelle Werte müssen die Basis für Judikative, Legislative und Exekutive sein und von daher muss eine wertebasierte Regulierungsinstanz über diesen Säulen des gesellschaftlichen Lebens stehen, die Entscheidungen, Gesetze und Handlungen nicht nach wirtschaftlichen, sondern nach moralischen Gesichtspunkten beurteilt und die Befugnis hat, Entscheidungen der unteren Instanzen aus moralischer Sicht zu widerrufen. Eine Art Senat der Weisen und Gerechten statt eines Bundespräsidenten?

Nun zu den Werten im speziellen, die es zu erhalten gilt. Um es gleich vorweg zu nehmen, “Wohlstand” ist kein Wert, den es zu erhalten gilt, da er nur für eine kleine Gruppe innerhalb einer Gesellschaft zu erreichen ist.  Er würde auch mit anderen Werten kollidieren, die für alle von Belang sind.

Freiheit, Gleichheit, Nachhaltigkeit

 

 

Quellen:

  1. Die Goldene Regel – http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Regel
  2. M. Sandel, “Was man für Geld nicht kaufen kann”, S. 18

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