05/15/13

Unbeschwerte Kindheit

Eine unbeschwerte Kindheit führt unzweifelhaft zu einem gesunden Urvertrauen, einer positiven Lebenseinstellung und bildet somit den Grundstein für ein zufriedenes Dasein in jeder Gesellschaft.

Kindern wird heute aber suggeriert, dass das Leben schwierig ist indem man suggeriert gut sein zu müssen, damit man einen Lebensstandard erreicht, der Zufriedenheit verspricht. Die Terminkalender vieler Kinder ist heute so voll, wie der eines Managers. Viel wird gefördert, geübt und verabredet. Zeit zum Spielen, sich mit sich selbst zu beschäftigen, oder einfach mal Langeweile zu haben fehlt.

So wachsen die Kinder heute schon mit Stress und Leistungsdruck während der Grundschulzeit heran. Früher konnte man auch mit einem Hautschulabschluß noch einen guten Job finden. Heute scheint man damit auf dem Abstellgleis zu landen, was die Ursache für den Druck, der verständlicherweise auch von den Eltern aufgebaut wird, ist. Aufgabe der Politik ist, diesen Druck von der Gesellschaft zu nehmen.

Die Märkte haben die Kinder als Konsumenten im Visier. Kinderzeitschriften sind voll mit Werbung. Werbung im Supermarkt oder im Fernsehen manipuliert die Kinder im Sinne der Gewinnmaximierung und nicht zum Wohle des Kindes.

Es gibt viele Gesetze zum Wohle des Kindes. Ob es um die Pflicht zum Tragen von Fahrradhelmen oder Richtlinien für Kindergärten und die Belieferung von Essen geht, der Staat regelt dies und regelt weit mehr und zu viel. Aber wenn die Interessen des Wirtschaftswachstums betroffen sind, scheint das Kindeswohl egal. Hier muss der Staat zukünftig das Wohl des Kindes über das der Wirtschaft stellen und Dinge wie Manipulative Werbung verbieten. Kinder können noch nicht differenzieren und daher werden sie von der Industrie ausgnutzt.

05/7/13

Verschrobene Arbeitsmoral

Es wird in der modernen von Materialismus geprägten Industriegesellschaft nicht mehr danach gefragt, ob die Arbeit den richtigen Stellenwert einnimmt oder nicht. Die Masse der Arbeiter und Angestellten arbeiten um leben zu können und leben nicht um zu leben. Sobald die Arbeit zu einem existenziellen Zwang wird, kann sie den Menschen nicht zufriedenstellen und die Produktivität leidet.  Ein Staat muss daher versuchen Existenzängste, die ohne Arbeit entstehen würden, möglichst zu reduzieren. Hierfür ist es notwendig den ausufernden Materialismus und die Erzeugung von Begierden durch Werbung und Industrie einzudämmen.

Heinrich Böll schrieb hierzu 1963 eine kleines Gleichnis, welches heute nicht passender sein könnte. Hier eine kleine Zusammenfassung aus Wikipedia:

In einem Hafen an der Westküste Europas schläft ein ärmlich gekleideter Fischer und wird durch das Klicken des Fotoapparates eines Touristen geweckt. Anschließend fragt der Tourist den Fischer, warum er denn nicht draußen auf dem Meer sei und fische. Heute sei doch so ein toller Tag, um einen guten Fang zu machen, es gebe draußen viele Fische. Da der Fischer keine Antwort gibt, denkt sich der Tourist, dem Fischer gehe es nicht gut, und fragt ihn nach dessen Befinden, doch der Fischer hat nichts zu beklagen. Der Tourist hakt noch einmal nach und fragt den Fischer abermals, warum er denn nicht hinausfahre. Nun antwortet der Fischer, er sei schon draußen gewesen und habe so gut gefangen, dass es ihm für die nächsten Tage noch reiche. Der Tourist entgegnet, dass der Fischer noch zwei-, drei- oder gar viermal hinausfahren und dann ein kleines Unternehmen aufbauen könnte, danach ein größeres Unternehmen und dieses Wachstum schließlich immer weiter steigern könnte, bis er sogar das Ausland mit seinem Fisch beliefern würde. Danach hätte der Fischer dann genug verdient, um einfach am Hafen sitzen und sich ruhig entspannen zu können. Der Fischer entgegnet gelassen, am Hafen sitzen und sich entspannen könne er doch jetzt schon. Darauf geht der Tourist nachdenklich und ein wenig neidisch fort.