04/22/13

Verpflichtungen

Zum Erwachsenwerden gehört es dazu Verpflichtungen und Verantwortung zu übernehmen. In den vergangen zwanzig Jahren hat der Staat dem Bürger aber immer mehr Verpflichtungen auferlegt. Ob es sich um die Einkommenssteuererklärung, die Stromtarife, Krankenversicherung, die private Altersvorsorge oder andere Bereiche des öffentlichen Lebens handelt, der Bürger muss sich in Eigenverantwortung kümmern.

Schulen sammeln Geld für Einrichtung, Kindergärten sind auf Bücher und Spenden von Spielsachen angewiesen.  Die Angst vor der Unsicherheit der Zukunft wächst für das eigene aber vor allem für das Leben der Kinder. Neben lebenslangem Lernen für den Beruf muss sich der Mensch im Laufe seines Lebens mit den unterschiedlichsten Institutionen und Einrichtungen auseinandersetzen und meist geht es um Geld. Diese existenzielle Auseinandersetzung kann der Mensch in den miesten Fällen nicht in der nötigen Kompetenz, weshalb er unweigerlichen scheitern muss. Man lernt in der Schule nicht, wie man mit Banken und Versicherungen im Leben umgehen muss, worauf man achten soll und was man braucht und was nicht. Das geht auch gar nicht, da man nie auf einem Niveau mit einem porfessionell geschulten Vertreter konkurrieren kann.

Der Mensch möchte sich meist im Laufe eines Lebens etwas aufbauen und dazu gehören i.d.R. Familie, Haus und Beruf. Dies darf aber nicht auschließlicher Lebenszweck sein. Muße, Freunde und Kultur gehören zu einem glücklichen Leben zwanfgsläufig dazu, wozu aber heute immer mehr die Zeit fehlt. Wir müssen uns mit Vorsorgeverträge, Kreditverträgen und befristeten Angestelltenverhältnissen beschäftigen. Unser Gegenüber hat, da er Profi in seinem Bereich ist, immer mehr Ahnung von den Themen als wir.  Zudem soll er den Gewinn Maximieren. Es bleibt uns nichts anderes übrig als uns von Leuten beraten zu lassen, von denen wir wissen, dass Sie primär nicht unser Wohl im Sinn haben.

Hier macht es sich die Politik, der Staat, sehr einfach, wenn die Verantwortung an den Bürger abgibt. Die Politik muss verlässliche und dem Bürger wohlwollende Institutionen bilden, die ihm die Verpflichtung sich mit Banken und Versicherungen zu beschäftigen abnimmt. Wir brauchen Zeit zum Leben und nicht Zeit um Verpflichtungen des Lebens zu bewältigen. Verpflichtungen müssen mehr und mehr vom Staat zum Wohle des Volkes übernommen werden.

04/22/13

Ausbeutung

Im Radio sprach man heute über die große Zahl an Erwerbstätigen, die den ganzen Tag arbeiten gehen, und dennoch nicht von ihrem Gehalt leben können und daher unter dem Existenzminimum leben, einen zweiten Job annehmen oder zusätzlich Hartz IV Bezüge erhalten. Die Zahlen gingen in die Millionen!

Grundvorraussetzung für Arbeit: Sie muss sich rentieren, d.h. man muss von einem Vollzeitjob auch leben können – egal in welchem Arbeitsfeld.

Geschäftmodelle, die nicht existieren können, ohne das Menschen unter Existenzniveau verdienen, beuten zwangsläufig Menschen aus und dekradieren Menschen zur Ressource.  So kommen wir langsam wieder in eine Gesellschaft, die Menschen ausbeutet und daraus Profit schlägt. Was nur wenig bedacht wird, ist die Tatsache, dass der Profit der Ausbeuter von der Allgemeinheit subventioniert wird. Denn wenn die Menschen vollzeit arbeiten und dennoch Sozialhilfe beziehen müssen, dann subventioniert die Allgemeinheit durch die Sozialabgabe indirekt das Angestelltenverhältnis und damit das Unternehmen, welches die Hungerlöhne bezahlt.

Daher wird es notwendig wieder Gerechtigkeit in die Arbeitsverhältnisse einkehren zu lassen und dem Missverhältnis zwischen Arbeit und Lohn ein Ende zu bereiten. Hier hat die Politik nicht nur geschlafen sondern mit Schaffung der Zeitarbeit und Billigung von zigfach befristeten Anstellungsverträgen begünstigend diese Situation herbeigeführt.

Arbeit muss sich wieder lohnen  und daher muss der Markt durch Mindestlöhne reglementiert werden. Zurück zur Ausbeutung der Arbeiterklasse kann eine moderne Gesellschaft nicht wollen und entspricht nicht ihrem Ideal. Betriebe deren Geschäftmodell darauf  beruhen, gehören nicht in unseren Markt und schon gar nicht in eine Gesellschaft, deren Bevölkerung glücklich leben möchte.

04/9/13

Die guten Sitten

Als Maßstab der guten Sitten zieht die Rechtssprechung das „Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden“ heran. So wie die Werte vom Markt verändert werden, werden aber auch die guten Sitten vom Markt definiert. Sitten sind augenblicklich dann gut, wenn sie dem Markt helfen zu wachsen. Womit die Prämisse nicht bei dem Wohl des Volkes liegt, sondern beim Wachstum der Oberschicht.

Meine Bank schrieb mir im Frühjahr 2013: Der Zinssatz für Sollzinsen liegt fortan bei 11,750% und für eine geduldete Überziehung bei 15,750%. Die Zinsen für einfache Guthaben liegen bei weniger als 1,000%. Da ein ähnliches Zinsniveau bei allen Banken zu finden ist, darf niemand von Wucher reder. Das kann nicht im Rahmen der guten Sitten liegen und unterliegt bestimmt nicht dem Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden. Verantwortlich für den Verfall der guten Sitten sind der Gesetzgeber und die Gesetzesvertreter – aber niemand in der Justiz oder der Politik unternimmt etwas.

Generell muss zukünftig mit Erstarken der historischen Werte auch das Anstandsgefühl wieder etwas gelten. Ohne Anstand wird ein glückliches Leben in unserer Gesellschaft nicht zu realisieren sein. Hierbei müssen die reichen und politischen Vorbilder eine Vorreiterrolle übernehmen. Es kann nicht sein, dass ein Politiker seinem Wahlauftrag gerecht wird, wenn er noch in fünf Aufsichtsräten sitzt oder regelmäßig Schulungen und Beratungen honoriert bekommt. Ein Kanzler Schröder darf nicht für die Werte der freien Welt plädieren um sich anschließend von einem totalitären Despoten für seine Arbeit bezahlen zu lassen.