04/30/12

Partizipation

Die Demokratie lebt eigentlich von der Teilnahme der Bevölkerung an Entscheidungen, an der Mitgestaltung der Regeln eines zufriedenstellenden Zusammenlebens. Doch in Deutschland sehen viele die Entscheider, die gewählten Vertreter des Volkes, dem Volk entrückt.

Die Meisten winken resigniert ab, wenn man nach Mitbestimmung des Wählers in der Politik fragt. Es ist normal, dass Themen des Wahlkampfes nach der Wahl anders gesehen werden oder das Parteien Grundsatzlinien verlassen und plötzlich vom Gegenteil überzeugt sind. Der Wähler weiß nicht mehr was oder wen er wählen soll, da es unsicher ist, von wem seine Meinung gut vertreten wird.

Daher wird es Zeit für mehr Direkt-Demokratie, Volksabstimmungen, zumindest zu wichtigen Themen, sollten eine gute Lösung sein. Dies wäre eine Möglichkeit den Bürger direkt mitbestimmen zu lassen und ihm Verantwortung zu übertragen und Mündigkeit zu beweisen. Ein großer Ertrag für das Selbstwertgefühl des Bürgers.

Partizipation ist ein verbreitetes Bedürfnis innerhalb der Gesellschaft. Bloße Anordnungen oder Kommandos reichen nicht mehr aus. Das Volk möchte in seinem Denken ernst genommen werden – auch wenn es nicht immer Recht haben mag.

Aber auch bei der Gestaltung des öffentlichen Lebens darf der Bürger mehr in die Verantwortung genommen werden. Wenn ein Gemeinde z.B. kein Geld für die Sanierung eines Schwimmbades hat, warum fragt man in der Gemeinde nicht zunächst einmal nach Hilfe. Das alte Motto „viele Hände, schnelles Ende“ könnte sich auch hier wieder etablieren. Es muß doch gehen, aus der Sanierung eines Bades ein kleines Bürgerfest zu machen, oder Spenden zu organisieren, jeder kann sicher einen Teil für die Lebensqualität in seiner Gemeinde aufbringen. Zumal eine gemeinsame Aktion zur Renovierung eines Bades verbindet und den Zusammenhalt in der Kommune stärkt. Selbst höhere Eintrittspreise müßten dann nicht unbedingt sein. Evtl. kann man für solche Projekte ein gewisses Maß an Sonderurlaubstagen legitimieren.

Forderungen:

– Volksabstimmungen
– Mehr Aufklärung und Hintergrundinformationen für eine optimalen Meinungsbildung
– Mehr Bürgerbeteiligung bei Kommunalen Projekten

04/30/12

Arbeit muss gesund sein

Die IG Metall hat in einer Studie festgestellt, dass Stress und Leistungsdruck zunehmen. Der bemerkenswerte Aufschwung der letzen Jahre, der vielen Unternehmen trotz Wirtschaftskrise gute Erlöse einbrachte, kam leider bei den einfachen Arbeitern und Angestellten nicht an. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich für viele Menschen verschlimmert. Gewinne werden nicht an die Mitarbeiter, die aus Gründen der Wirtschaftskrise Einsparungen hinnehmen mußten nicht weitergegeben. Über viele Jahre hinweg.

Im Gegenteil, man hört am unteren Ende der Gehaltsempfänger vielmehr von Nullrunden, Gehaltskürzungen, Kündigungen, Betriebsschließungen, etc. Angst verbreitet sich. Gleichzeitig nimmt der Arbeitsdruck zu. Immer weniger Menschen müssen die gleiche Arbeit mit höherer Qualität in der gleichen Zeit oder sogar schneller erledigen. Dazu kommt die Unsicherheit der Menschen: Behält man seinen Arbeitsplatz? Bleibt mein Einkommen gleich? Was ist mit meiner Rente? Was wird aus meinen Kindern?

Ausbeutung von menschlichen Ressourcen macht auf Dauer krank. Werden Menschen in großer Zahl infolge der allgemeinen Arbeits- und Lebensumstände krank, so werden sie vom verantwortlichen System ausgebeutet!

Die fortschreitende Entwicklung in Richtung krankmachender Verhältnisse ist kein Gehemnis mehr und werden durch Schlagzeilen, wie die nachfolgenden, regelmäßig bekräftigt:

„Burnoutfalle – viel Engagement, wenig Belohnung“

„Psychische Probleme machen immer öfter krank“

„Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen sind immer häufiger Grund für Krankschreibungen in Deutschland. 2010 kamen bundesweit bereits 53,5 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage zusammen, wie die „Frankfurter Rundschau“ berichtet – noch zehn Jahre zuvor waren es 33,6 Millionen Krankentage, die durch psychische Probleme verursacht wurden.“

„Der Anteil an allen Arbeitsunfähigkeitstagen kletterte während dieser Zeit von 6,6 auf 13,1 Prozent. Das Blatt beruft sich bei den Angaben auf die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion.“

Psychische Leiden als neue Volkskrankheit“

„Wegen psychischer Leiden wie Depressionen oder Burnout werden einer Studie zufolge immer mehr Menschen in Deutschland stationär behandelt. Im vergangenen Jahr waren es 8,5 von 1000 Versicherten, mehr als doppelt so viel wie noch vor 20 Jahren. Die Studie der Barmer GEK zeige, dass es sich bereits um eine Volkskrankheit handele, so Vizechef Schlenker.“

Viele Studien zeigen den rasanten Anstieg von Krankheiten, die nachweislich auf Lebens- und Arbeitsbedingungen zurück zu führen sind. Die Erkenntnis, dass das System krank macht ist also da, doch niemand vermag etwas effektives dagegen zu tun.

04/23/12

Anerkennung

Was lernen Manager u.a. in teuren Lehrgängen zum Thema Mitarbeitermotivation? Loben! Mitarbeiter deren Leistung durch ein Lob anerkannt wird, sind motivierter und dadurch leistungsfähiger. Lobend und bürgernah könnte auch unser Staat sein. So kennt man ihn aber leider nicht. Warum lobt der Staat nicht mal seine Bürger, wenn Sie 20, 30 oder über 40 Jahre im Berufsleben standen und es geschafft haben, ohne soziale Hilfen auszukommen? Wenn Sie lange Zeit ehrenamtlich für die Allgemeinheit tätig waren? Wenn Sie etwas außerordentliches geleistet haben? Oder, wenn Sie einfach gute Menschen und Mitbürger sind?

Leistung sollte anerkannt und honoriert werden. Hier muss der Staat mehr Nähe zum Bürger erzeugen! In den Kommunen sollte mehr Engagement durch den Bürger beworben werden. Denn nur, wer auf andere zugeht, wird neue Freunde finden.

Im Gegenzug sollte kein Einsatz eben auch keine Belobigung erfahren. Ich bin mir sicher alleine durch ihren Stand und ihre Herkunft werden es Kinder reicher Familien immer besser und einfacher haben als andere Kinder. Ich bin generell dafür, dass Erbschaften ab einer gewissen Summe generell dem Staat zufallen. Da heute eine Millionen schnell weg ist, sollte diese Summe wesentlich Höher sein. Warum sollen Menschen, nur weil sie in eine bestimmte Familie geboren wurden besser gestellt sein als Menschen, die dieses Glück nicht hatten? Dies ist der erste Schritt zu einer gerechten Verteilung der Mittel.

04/23/12

Freiheit

Freiheit ist einer der wichtigsten Glücksfaktoren. Fehlt dieser ist ein glückliches Leben nicht möglich. Viele Freiheiten sind daher per Grundgesetz definiert worden.

Schleichend sind und werden diese Grundrechte bzw. Freiheitsrechte immer mehr aus Gründen der Sicherheit eingeschränkt. Angst ist ein schlechter Garant für die Freiheit und wer mit Sicherheit wirbt macht Angst vor dem was kommen mag.

Furcht besiegt mehr Menschen als irgendetwas anderes auf der Welt.
Ralph Waldo Emerson, *25-Mai-1803, † 27-Apr-1882

Zur Freiheit gehört auch das Recht auf Selbstbestimmung, viele Bürger sehen sich hier stark eingeschränkt. Bestimmt kann man dies verbessern. Oberster Ratgeber bei allen politischen Entscheidungen sollte die Freiheit der Bürger sein. Hierbei sollte immer folgende Aussage Rousseaus bedacht werden:

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.
Jean-Jacques Rousseau, *28-Jun-1712, † 02-Jul-1778

 

04/23/12

Sicherheit

Das Thema Sicherheit muss Außen- und Innenpolitisch betrachtet werden.

Innenpolitisch muss die Sicherheit aus der Gesetzgebung kommen. Es kann nicht sein, dass alle 4 Jahre mit neuer Regierung wieder neue Regulierungen kommen. Früher wußte man, die Rente ist sicher! Auch Arbeitsplätze schienen vorhanden zu sein, wenn man denn nur wollte – so das Credo. Diese Sicherheit muss wieder in die Köpfe der Bürger. Hierbei bin ich sehr für ein Grundeinkommen eines jeden mündigen Mitbürgers und für eine Verpflichtung der Politik zur Nachhaltigkeit. Evtl. sollte man auch die Legeslaturperioden verlängern…

Ein Grundeinkommen würde jedem Bürger schlagartig den Lebensdruck von den Schultern nehmen, da er abgesichert ist. Zeit für freiwillige, soziale oder ehrenamtliche Arbeit würde geschaffen. Viele könnten halbtags Arbeiten, was den Arbeitsmarkt zusätzlich entlasten würde. Zeit für Muse würde entstehen, was unweigerlich zu einer größeren Kreativen Leistung der Bevölkerung führen würde, was wiederum auch der Wirtschaft zu Gute kommen würde. Sozialhilfe, Arbeitslosengeld und die Rentenversicherung könnte abgeschafft werden. Abgeschafft werden könnte eine große Portion Bürokratie.

Außenpolitisch stellt sich mir die Frage in wieweit die alten Bündnisse noch zukunftsfähig sind, da es mir so erscheint, als würden diese Bündnisse heute Krieg in fremden Ländern führen. Sei es zur Liberalisierung der Bevölkerung oder zur Demokratisierung oder aus wirtschaflichen Erwägungen.

Früher hieß es einmal die Souveränität eine Landes ist unantastbar. Andere Länder dürften sich nicht unmittelbar durch Handlungen in die Innenpolitik souveräner Länder einmischen. Mehr und mehr stellt sich die westliche Welt als Heilsbringer dar und erhebt dabei den Anspruch oberster moralischer und politischer Instanz mit Urteilsgewalt. Die Lizenz zum Töten inbegriffen. Ich frage mich, wer die „zivilisierten“ Länder im Westen dazu ermächtigt hat. Die UN, die einzige Institution, die in der Lage dazu wäre, wohl in den wenigsten Fällen. Warum führen wir nicht wieder das Todesurteil ein? Die moralische Urteilsgewalt hierfür scheinen westliche Politiker zu besitzen.

04/20/12

Respekt

Unglückliche Menschen können meist weniger freundlich zu anderen Menschen sein als es glückliche sein könnten. Da Unfreundlichkeit meist aber auch mit Respektlosigkeit einhergeht, ist das Wachstum der Respektlosigkeit am Maße unseres Glücksgefühls zu messen.

Externe Faktoren und Lebenserfahrungen prägen uns im Umgang mit anderen Menschen. Allgemeine Verhaltensregeln verlieren an Wert. Danken, Bitten, Grüßen, Helfen, Aufmuntern, ein Ohr schenken, Zeit investieren wird immer schwieriger, es geht mehr und mehr verloren.

Früher hatte der Unternehmer eine Verantwortung seiner Mitarbeiter gegenüber, der Mitarbeiter konnte sich im Gegenzug mit dem Unternehmen identifizieren und Leistung bringen. Heute heißt die Personalabteilung „Human Resources„. Wie die Wirtschaft also den Wert eines Menschen einschätzt zeigt sie uns unverhohlen. Eine Ressource sind wir, kein Personal, kein Individuum – kein Mensch, eher Maschine. Respektloser geht es wohl nicht mehr! Leistung muss dennoch gebracht werden, denn es gibt  andere, die den Job machen werden. Identifikation mit dem Unternehmen ist den meisten Unternehmern egal, wenn die Zahlen stimmen.

Wieviele gefrustete Arbeitslose gibt es, die sich von der Arbeitsagentur menschenunwürdig und erniedrigt behandelt vorkommen? Es gibt viele. Und haben die alle Unrecht? Hier müssten doch die, die Arbeit und Perspektive haben, denen, die aktuell keinen Halt im Leben haben, Menschlichkeit und Wärme entgegenbringen – stattdessen herrscht oft arrogante Obrigkeit, die einen minderwertig erscheinen lässt. Gerade hier, wo Menschen in Brot den Staat repräsentieren, muss der Staat mehr Wert auf Menschenwürde und Respekt legen. Hat der Staat keinen Respekt vor dem Bürger, wird es bald keinen Respekt mehr geben.

04/20/12

Unsicherheit

Konnten die Nachkriegsgenerationen ihre Zufriedenheit aus dem „Schaffen“, dem Aufbau, der sicheren Arbeit und auch einer sicheren Rente bzw. Zukunft ziehen, so kann dies die junge Generation heute wohl kaum noch. Denn nichts gilt als sicher, Sicherheit muss heute privat vorgesorgt werden. Aber Wovon?

Von Löhnen, die einen zweiten Job notwendig machen?
Von „Gehaltssteigerungen“, die nicht die wirklichen Inflationsraten decken?
Von Geld, dass wir für Wachstum und Konsum ausgeben sollen?

Schwierig.

Ich habe heute in der „Jobbörse“ unserer Arbeitsagentur nach Stellenangeboten in allen Bereichen in meiner Nähe geschaut – zu finden waren fast ausschließlich Zeitarbeitsangebote.  Es kommen unweigerlich Ängste in Einem auf. Komme ich aus der Schiene wieder raus? Stehe ich am Ende doch auf der Straße? Warum arbeite ich für weniger als meine Existenz fordert? Werde ich als Mensch respektiert?

Die Mittelschicht bricht mit unserem Wirtschaftssytem zusammen. Wir können nicht konkurrieren mit Billiglohnländern, die sich zudem das Knowhow unserer Unternehmen aneignen.  Banken spekulieren, fallen auf die Nase und meinen dann auf einmal an den Krediten kleiner Firmen mehr Sicherheit walten lassen zu müssen. Viele Unternehmen der Mittelschicht gehen Konkurs wo niemand nach Staatshilfe ruft, die Privat-Insolvenzen sind gestiegen. Auf der anderen Seite wird die Oberschicht aber immer reicher.

Es fehlt den Meisten an Perspektive und geordneter, nachhaltiger Führung. Man will wissen wohin man geht – nur dann ist man bereit etwas dafür zu leisten.  „Private Vorsorge„, so heißt es, ist notwendig für einen sicheren Hafen am Ende des Berufslebens. Wir sollen vielleicht dort privat sparen wo man früher noch für den Glücksfaktor Urlaub sparen konnte.  Die Meisten wissen aber ohnehin nicht wovon sie eine zusätzliche, private, Altersvorsorge zahlen sollen – wie es von der Politik und der Vernunft gefordert wird.  Zudem hört man von knappen Kassen und einer hohen Altersarmut, wo früher von einer sicheren Rente gesprochen wurde. Hier werden Ängste geschürt, wo der Staat dem Bürger eigentlich Sicherheit und Halt geben sollte. Der Staat tut dies nicht, Unsicherheit und Angst bleibt.

04/19/12

Konsum

Blicke ich mich um, sehe ich Unsicherheit, Angst und Depression. Nicht irgendwo am Rande unserer Gesellschaft – nein, inmitten der staatstragenden Säule, der Mittelschicht. Das grundsätzliche Streben eines jeden Menschen nach Glück scheint bereits im Ansatz unserer Lebensweise in falsche Bahnen gelenkt.

Die moderne Gesellschaft kennt nur ein Ziel: Glück. Glücklich ist, wer begehrt ist und der Konsum soll das Interesse an der eigenen Person steigern. Doch der Konsummarkt ist zugleich unerbittlich, er entscheidet über das Drinnen und Draußen in der Gesellschaft. Wer seinen Anforderungen nicht standhält, wird ausgestoßen. Mehr noch: Das Konsumdenken führe dazu, dass die Menschen sich untereinander als Produkte wahrnehmen und behandeln, sagt Zygmunt Bauman, Professor emeritus in Leeds und einer der weltweit bekanntesten Soziologen. 1

Konsum ist der Motor unserer Wirtschaft und im Moment muss der Motor laufen. Staaten gehen Pleite, die Mittelschicht bricht zusammen, es droht eine Altersarmut, für die man noch keine Lösung hat – um nur einige Dinge zu nennen, die Geld kosten. Geld wird also benötigt, Steuern müssen her, daher tut man in der Politik viel für den Konsum und in der Industrie noch viel mehr für die Begierden der Menschen. Dabei wissen wir im Innersten doch schon lange, das Konsum nicht dauerhaft glücklich macht. Es interessiert nur niemanden.

Kausalkette Konsum:

Marktwirtschaft (auch die soziale) strebt nach Wachstum.
Wachstum bedingt Konsum.
Konsum benötigt Begierden.
Begierden werden geschaffen.
Erfüllte Begierden verheißen Glück.
Unerfüllte Begierden bedeuten Leid.
Leiden macht krank und unzufrieden.
Unzufriedenheit und Krankheit machen unglücklich.

So ist unser Wirtschaftssystem ein Grund für das Unglück vieler Menschen. Unter diesem Gesichtspunkt ist die soziale Marktwirtschaft dem Kapitalismus gleich. Lasst es uns also ändern!

Scheitert der Kapitalismus, scheitert unsere Lebensordnung und wir sollten nach neuen Lebensmodellen suchen. Alte Werte, wie Bescheidenheit und Genügsamkeit, müssen wieder gesellschaftsfähig werden.

„Jedes Leben ist Leiden. Alles Leiden hat seine Ursache in den Begierden, im Durst, der im Denken entsteht. Der Mensch leidet, er dürstet, weil er immer mehr haben will.“
– Der historische Buddha –